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„Kleidungsraum“

Die Oberflächen der Kleidungsstücke schreiben sich als verkörperte Erwartungen in den sozialen Raum ein. Als leere, getragene Hüllen referieren sie auf die abwesenden Personen und erwecken als Träger von Attributen den Eindruck von Lebendigkeit. Gleich handelnden Akteuren passen sich die Kleidungsstücke durch Farben, Formen und Texturen der Umgebung ihrer Objektwelten an.
Der leere, halbverlassene Raum fällt durch seine Anordnungen der Objekte ins Auge. Die im Raum angeordneten Objekte folgen festgelegten Ordnungen. Sie tragen Spuren vergangenen Wahrnehmung und Benutzung.
Durch die Glaskästen gewinnt der fotografische Raum an Skulpturalität und bildet jeweils eigene Welten. Die innere Ausdehnung der Objektwelten in der Fotografie ist nun getrennt vom Raum der Betrachtung.
Auf ihren eigenen sozialen Raum zurückverwiesen, stoßen die BetrachterInnen auf die eigene Praxis der Verkörperung von gesellschaftlichen Regeln – der Erfordernis sich im Raum einzuordnen und der Verpflichtung sich zu bekleiden. Die Oberflächen der Kleidung und Fotografie werden gleichzeitig durch den lebendigen Akt der Identifikation wieder „zu Leben“ erweckt.

„Changing Room – Changing Clothes“

Käthe Hager von Strobele zieht an – das Frauenmuseum zieht aus
Durch ihre Farben, Formen und Kompositionen passen sich die ausgewählten Kleidungsstücke aus der Sammlung des Frauenmuseums Merans an die Umgebung des Hotels „Bavaria“ (Meran) an. Sie referieren auf Images weiblicher Stars, welche als verkörperte Erwartungen, ähnlich dem Kleidungsstück oder der Fotografie, ihre Funktion in der Gesellschaft erfüllen. Das Star – Image gleicht einer leeren Hülle von Attributen – welche wie die Kleidungsstücke und Objekte – die Personen im Raum umkleiden.
Wie die ausgestellten Objekte im Museum, werden die Fotografien als Oberflächen in Vitrinen präsentiert. Sie verschmelzen mit der Wand und bilden in Analogie zu den vorhanden Vitrinen im Museum jeweils ihre eigenen Welten.

In einem fortlaufenden Prozess der Recherche der Analogien zwischen Kleidung und Raum werde ich mich mit der gesellschaftlichen Positionierung von Künstlerinnen und ihrem spezifischen Erscheinungsbild auseinandersetzen. Für meine Analysen von Künstlerinnen und ihrem gesellschaftlichen Raum nehme ich meine Positionierung in der Gruppe der „Playaden“ zum Ausgangspunkt.